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Chile Abenteuer auf dem Rücken
der Pferde pur
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...auf dem Inka Trail
Jetzt
befinden wir uns also auf dem Inka Trail. Immer höher
und höher erklimmen wir die Anden und ich staune
über das Gleichgewicht der Pferde, die nicht
den geringsten Anschein von Unsicherheit machen, und
sei der Abhang noch so steil. Ich will ja nicht behaupten,
dass ich unsportlich sei, aber in diesem Fall bin
ich wirklich froh, dass die Pferde das Laufen übernehmen
und ich im gemütlichen Sattel den Ausblick geniessen
kann, ohne nach Luft schnappen zu müssen. Mein
Pferd, Intocable, der Unantastbare, wird mir immer
sympathischer und ich erwische mich dabei, wie ich
anfange mit ihm zu reden und ihm motivierende Worte
zuzuflüstern. Das scheint allerdings nicht nötig
zu sein, er trottet fröhlich vor sich hin und
scheint den Ausblick genauso zu geniessen wie ich.
Zuerst war ich ja etwas misstrauisch, als mir Clark
erzählte, dass Intocable ein ganz besonderes
Pferd sei: er hat nicht nur bei mehreren„carrera chilena“
teilgenommen, sondern einige sogar auch gewonnen.
Ein Pferderennen...
Die „carrera chilena“ ist ein Pferderennen, dass ca
1 mal pro Woche in jeder Kommune stattfindet. Es ist
eine Art Benefiz Veranstaltung, bei der die Einheimischen
mal wieder die Möglichkeit nutzen, ausgelassen
zu feiern. Sämtliche Bewohner der Kommune treffen
sich an der Rennbahn, und diejenigen, die ein Pferd
besitzen, nehmen an dem Rennen teil. Die Umgebung
der Rennbahn verwandelt sich bei diesem Ereignis zu
einem lebhaften Rummelplatz: Verkaufsstände mit
frischen, selbstgebackenen Empanadas, dem chilenischen
National – Snack, tanzende und lachende Kinder, Erwachsene,
die gar nicht darauf warten können, ihren Wetteinsatz
auf ihren persönlichen Favoriten abzugeben. Ein
Teil der Wetteinsätze erhält der Gewinner,
der andere Teil wird für gemeinschaftliche Zwecke
verwendet. So wird zum Beispiel die Krankenstation
neu eingerichtet, ein Kindergarten gebaut oder die
Schule erhält einen neuen Anstrich. So kommt
bei der „carrera chilena“ jeder auf seine Kosten.
„Beim Pferderennen gewonnen?“, schreie ich auf, „
ich bin mir nicht sicher, ob das das passende Pferd
für mich ist!“ Lachend nimmt Clark mir meine
Sorgen. Solange ich nicht will, dass Intocable einem
weiteren Rekord hinterher rennt, wird er es nicht
tun. Nun gut, er hatte recht, ich komme prima mit
Intocable aus und er macht keine Anstalten, seine
Sprintqualitäten unter Beweis zustellen.
Weiter
geht es also durch die gigantischen Anden. Von hier
oben hat man eine Ausblick über das gesamte Tal
und die Menschen, die dort auf ihren Äckern und
Feldern arbeiten, nehmen Ameisen grosse Proportionen
an. Die Bewohner des Tales leben sowohl vom Ackerbau,
von Viehzucht und von den Früchten, die in dem
Tal zu finden sind. Die roten Weintrauben, die hier
angebaut werden, stechen deutlich heraus.
„Hier werden hauptsächlich Trauben mit sehr hohem
Zuckergehalt angebaut, die zu dem National-Schnaps
Pisco verarbeitet werden. Dazu gehören die Trauben
Moscatel de Alejandria, Moscatel de Austria, PedroJimenez
und Moscatel Rosada.“, erklärt der Guide.
Der Name Pisco konnte nur durch eine trickreiche Idee
des Staatspräsidenten Gonzáles Videla
erhalten bleiben. Denn nachdem Peru den Weinbrand
als Gattungsnamen weltweit schützen wollte, durchkreuzte
Gonzales Videla seine Pläne, indem er den Ort
„Unión“ flugs in „Pisco Elqui“ umbenannte.
In Pisco Elqui, das nur einen 27 km langen Reittrail
von der Hacienda Los Andes entfernt liegt, gibt es
selbstverständlich eine Pisco-Fabrik , die zur
Besichtigung geöffnet ist.
Zum Pisco - Sour muss mir nicht mehr viel erklärt
werden. Seitdem ich in Chile angekommen bin, habe
ich schon das eine oder andere Mal Freundschaft mit
diesem Cocktail geschlossen.
Pisco-Sour ist eine Mischung aus Limonensaft, Puderzucker,
etwas Eiweiss und natürlich Pisco. Sollten Sie
mal in Versuchung kommen, lassen Sie sich warnen:
Pisco Sour ist so vorzüglich, dass schon so mancher
seine Wirkung unterschätzt hat...!
...Felsmalereien aus der
Vorzeit
Gespannt
warte ich auf den Highlight des Inka Trails: Felsmalereien
aus der Kultur „Molle“. All meine Vorstellungen werden
erfüllt, als wir schließlich an dem ursprünglichen
Zeremonie Ort ankommen. Direkt vor meiner Nase die
deutlichen Spuren der Vorzeit, zum Anfassen nah. Die
Felsmalereien der Molle zeichnen sich durch runde
Formen aus, Kreise mit Strahlen, naiv gezeichnete
Guanacaos (Verwandte der Lamas) und menschenähnliche
Formen. Bisher ist es den Wissenschaftlern noch nicht
möglich, diese Zeichnungen zu interpretieren,
aber man weiß, dass die Molle in der Zeit von
ca 400 vor Christus bis ca 680 nach Christus hier
existierten und von der Diaguita Kultur abgelöst
wurden. Während die Molle eine Kultur von Sammler
und Jäger war, haben die Diaguitas angefangen,
Ackerbau zu betreiben und sich sesshaft zu machen.
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